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30. Juli 2010

Zeil und Heubisch: "Grüne Gentechnik bietet große Chancen"

MÜNCHEN Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch begrüßen, dass der Wirtschaftsbeirat der Union mit seinem Positionspapier zum kommunikativen Umgang mit der Grünen Gentechnik die umstrittene Thematik aufgegriffen hat. Wirtschaftsminister Zeil: „Der Freistaat ist ein forschungs- und technologiefreundliches Land – ein gentechnikfreies Bayern wäre ein Irrweg. Es ist Aufgabe der Politik, die Ängste von Teilen der Bevölkerung ernst zu nehmen und die Menschen durch Sachargumente von den Vorzügen der Grünen Gentechnik zu überzeugen. Die Bereitschaft, sich offen auf neue Themen einzulassen, erfordert immer auch Wissen. Dieses Wissen über die Grüne Gentechnik müssen wir nachhaltig vermitteln.“
Wissenschaftsminister Heubisch betont: „Erforderlich ist ein offener und interdisziplinärer Dialog der verschiedenen Akteure in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Gefordert ist insbesondere die Wissenschaft. Die Forscherinnen und Forscher müssen Chancen und mögliche Risiken glaubwürdig und für Laien verständlich kommunizieren.“ Quelle: STMWIVT
Pauschal gegen Grüne Gentechnik zu Felde zu ziehen, ist nach Ansicht beider Minister nicht hilfreich und gefährde den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern, da die Entwicklung der Grünen Gentechnik international voranschreite. Der Einsatz der Grünen Gentechnik biete große Chancen für den Umweltschutz, bei der Sicherung der Welternährung und der Produktion von Biomasse, die insbesondere in der chemischen In¬dustrie zunehmend an Stelle von Erdöl eingesetzt wird. Die Diskussion über die Grüne Biotechnologie müsse auf der Grundlage belastbarer Forschungsergebnisse erfolgen. Minister Heubisch: „Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Grünen Gentechnik setzt weitere intensive Forschung voraus.“

Zur Förderung des Dialogs hat das Wissenschaftsministerium bereits mehrere Veranstaltungen zur Grünen Gentechnik initiiert. Neue Wege der Kommunikation wird der vom Wissenschaftsministerium vor kurzem bewilligte bayerische Forschungsverbund FORPLANTA – „Pflanzen fit für die Zukunft“ zur Untersuchung der Stressresistenz von Pflanzen beschreiten. In dem neuen Forschungsverbund kooperieren erstmals fächerübergreifend Natur- und Geisteswissenschaftler verschiedener Hochschulen in Bayern. Neben naturwissenschaftlichen Fragestellungen werden in einem geisteswissenschaftlichen Projekt die kulturell-ethischen Aspekte der Debatte um die Grüne Gentechnik in Bayern analysiert. Ein wichtiges Ziel im Rahmen des Forschungsvorhabens ist insbesondere auch die Wissenschaftskommunikation durch öffentliche Vorlesungen und Workshops mit Journalisten und Experten. Das Wissenschaftsministerium fördert die Forschungsarbeiten für drei Jahre mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Quelle: STMWIVT
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