29. Juli 2010
FDP Gemeinderat hält Bebauungplan für überflüssig
Waldecksiedlung soll ihren Charakter behalten
Räte beschließen Bebauungsplan aufzustellen, um Bauwünschen südlich der Laufzorner Straße einheitlich zu begegnen
Von Manuela Warkocz
Grünwald - In der Waldecksiedlung dominieren noch schlichte Einfamilienhäuser mit Steildächern, Einzelgaragen und relativ großen Gärten. Um den historischen Charakter dieser Siedlung zwischen Laufzorner Straße und Roßkopfstraße zu bewahren und die zunehmende Zahl von Bauanfragen zu kanalisieren, lässt die Gemeinde jetzt einen Bebauungsplan aufstellen. Das beschlossen die Räte am Dienstag mit einer Gegenstimme.
Der Kern der Waldecksiedlung geht auf die 1930er Jahre zurück. Die einfachen Häuser mit Erd- und Dachgeschoss bauten die Eigentümer meist in Eigenregie - immer schön vorne an der Straße, mal ein Straßenzug mit Giebel zur Straßenfront, mal mit Traufe. Die großen Gärten dahinter dienten zur Selbstversorgung. Ab 1960 dehnte sich die Siedlung Richtung Süden aus, 1985 füllten sich die letzten Flächen Richtung Forst. Das Architekturbüro Goergens & Miklautz hat Entwicklung und derzeitigen Bestand im Gemeindeauftrag dokumentiert, dazu die teils üppigen Baurechte.
Weil in dem Gebiet ein Generationswechsel ansteht, Erbengemeinschaften Häuser verkaufen und vorhandene Baureserven optimal ausnutzen wollen, konnte der Gemeinderat Bauanträge mit überdimensionaler Höhenentwicklung oder abweichender Dachneigung bislang nur mit Hinweis auf die Umgebungsbebauung abwehren. Der Bebauungsplan soll es jetzt ermöglichen, Bauvorhaben objektiv zu beurteilen.
Ein Instrument, das FDP-Gemeinderat Christian Altmann für überflüssig hält. Der Plan koste nur Geld und beeinträchtige Eigentum, so sein Einwand. Dass es nicht darum gehe, Neubauten zu verhindern und alles bis zum letzten Fensterladen zu regeln, machte Alexander Steininger (CSU) deutlich. Schon jetzt stünden in der Siedlung sehr moderne Häuser, die sich gut einfügten. Aber wer sich dort nicht einfügen wolle, müsse gebremst werden. Ingrid Reinhart-Meier (Grüne) plädierte dafür, die Gärten weitgehend zu erhalten. Potentiell, so der Architektenvertreter, könnte die Siedlung auch als eine der ersten an die Geothermie angeschlossen werden - schon deshalb sei es sinnvoll, sich jetzt mit ihrem Straßencharakter zu befassen.
Der Bebauungsplan soll neben der Waldeckstraße die Bodenschneid-, Hirschpark-, Stümpfling- und Rosskopfstraße umfassen, die Bebauung westlich 'Am Fischerwinkel' und die südliche Bebauung der Laufzorner Straße. Der Bereich Wendelsteinstraße soll ausgenommen bleiben. Im Westen ist die Grenze der vorhandene Bebauungsplan B16.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.172, Donnerstag, den 29. Juli 2010 , Seite 11 zurück
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